Die Blutgruppe – Sinn und Unsinn in der individuellen Ernährung

12. Februar 2011

Die wissenschaftliche Medizin stellt den Aspekt der „individuellen Medizin“ immer stärker in den Vordergrund.
Insbesondere sollen Therapien besser auf den jeweiligen Menschen abgestimmt werden. Die Basis für die Individualisierung sind Genetik, Stoffwechsel, Hormonsystem, Geschlecht und Alter.

Die Genvariante der Blutgruppe spielt für einige Stoffwechselvorgänge eine entscheidende Rolle. Bei der Blutgruppendiät nach D‘Adamo, verfolgte dieser die Theorie, dass sogenannte Lektine, die in allen Lebensmitteln vorkommen, das Blut verklumpen können,wenn sie nicht zur Blutgruppe passen. Diese Annahme konnte bisher durch wissenschaftliche Forschungen nicht bestätigt werden. In den Untersuchungen, die sich mit der Enzymproduktion des Körpers beschäftigen, gibt es jedoch erstaunlicherweise interessante Überschneidungen mit den Erkenntnissen von D‘Adamo.
Deswegen berücksichtigen wir in Ihrem individuellen Ernährungsprogramm die genetisch gesteuerte Enzymproduktion.

Der Eiweißstoffwechsel
Die Verbrennung, der mit der Nahrung aufgenommenen Eiweiße, wird durch die Magensäure und die alkalische
Phosphatase im Dünndarm geregelt. Die Genetik spielt dabei eine wichtige Rolle. Menschen mit der Genvariante
der Blutgruppe „0“ und B“ weisen eine wesentlich höhere Aktivität der alkalischen Phosphatase im Dünndarm auf als
Menschen der Genvariante „A“ und „AB“.
Ein gesunder Stoffwechsel benötigt somit je nach Genvariante unterschiedliche Eiweiße. Die Genvariante „A“ und
AB“ bevorzugt leicht aufschließbare Eiweiße, wie z.B. Huhn, Pute, Hecht, Dorsch oder Lachsforelle.
Die Genvariante „0“ und „B“ können auch festere Eiweiße gut verarbeiten, wie z.B. Hammel, Rind, Kalb, Wild
und Lamm.

Kuhmilch und Kuhmilchprodukte
Bekommen Sie nach der Aufnahme von Kuhmilch oder -produkten negative körperliche Reaktionen? Dann könnte
eine Laktoseintoleranz dafür verantwortlich sein. Wir finden hauptsächlich bei der Blutgruppe „0“ und „A“ einen Mangel an Laktase. Dieses Enzym spaltet Milchzucker in Glukose und Galaktose auf. Fehlt dieses Enzym, so können bei
Zufuhr von Milchzucker Durchfall, Übelkeit, Blähungen, Migräne, Kopfschmerzen oder Hautreaktionen auftreten.

Getreide – die häufigste Stoffwechselblockade
Morgens ein frisches, duftendes und knackiges Brötchen ist einerseits eine große Verführung, anderseits sehr häufig
die größte Stoffwechselblockade. In fast allen Broten und Brötchen wird Weizen mit verarbeitet. Das hat den Vorteil,
dass durch das Klebereiweiß eine gut bindende Masse entsteht. Viele Menschen reagieren allerdings überempfindlich
auf diese Klebereiweiße, auch Gluten genannt. Gluten ist ein Bestandteil von Getreide. Es kommt vor allem in
Weizen, Gerste, Roggen und Hafer vor. Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit sollten diese Getreidesorten
daher möglichst meiden. Laboruntersuchungen weisen die häufigste Glutenunverträglichkeit bei Menschen mit der Genvariante „0“ und „A“ auf. Damit gibt es eine gute Übereinstimmung mit den Erfahrungen aus der Blutgruppendiät nach D‘Adamo.