Reizdarm – mögliche Ursache: die Galle

23. April 2011

Unklare Magen-Darm Symptome wie Übelkeit, Blähungen und Durchfälle werden allzu schnell mit der Verlegenheitsdiagnose “Reizdarmsyndrom” erklärt. Doch steckt überraschend häufig die Galle – genauer gesagt – die Gallenflüssigkeit – dahinter, die bei den Untersuchungen eher vernachlässigt wird.

Die grünliche Gallenflüssigkeit -  produziert in der Leber, gespeichert in der Gallenblase – dient der Fettemulgierung (Aufteilung von Fett in kleinste Tröpfchen) damit dieses dann besser über den Darm aufgenommen werden kann. Zusätzlich regen Gallensäuren die Muskelaktivität des Darmes an. Ein träger Darm mit Neigung zu festem Stuhl kann daher oft seine Ursache in einer trägen Galle haben.

Ein über Ultraschall ersichtliches Szenario können z.B. Gallensteine sein, die den Abfluss der Gallenflüssigkeit behindern und somit für typischen Druckschmerz im rechten Oberbauch, Übelkeit, Völlegefühl und erhöhte Leberwerte sorgt.

Komplizierter und meist ergebnislos trotz vieler Untersuchungen sind funktionelle Störungen des Gallenflusses. Hierbei versagt die konventionell medizinische Diagnostik, da die Gallenblase weder eine Entzündung noch sonstige Schädigungen zeigt. Allerdings sind die Regelkreise und damit die Funktion gestört, durch welche das Organ den Organismus im Gleichgewicht hält. Die Reaktionen fallen über- oder unterdimensioniert aus (z.B. funktionelle Herzrhythmusstörungen, Magensäure-Überproduktion, zu geringer Gallenfluss). Der Patient hat Beschwerden, ist aber aus konventioneller Sicht gesund.

Zu den Symptomen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Bezug zur Galle, bzw. aus Sicht der chinesischen Medizin zum Energiekreislauf Galle aufweisen, zählen:

  • Druckgefühl oder Schmerzen im rechten Oberbauch, häufig mit Ausstrahlung in die rechte Schulter.
  • migräneartiger Schmerz hinter dem Auge (“Gallenmigräne”)
  • gerötete Augen ohne sonstige Ursachen (“Gallenblasenfeuer”)
  • schlechte Verträglichkeit von Obst mit Schale, Hülsenfrüchte, Brokkoli, Kohl, Wirsing
  • bitterer Geschmack im Mund
  • immer wieder weicher und heller Stuhl oder Durchfälle
  • Blähungen, Übelkeit, Völlegefühl
  • Verschlimmerung durch fette Speisen

Die Therapie zur Gallenregulation basiert auf fünf Behandlungssäulen:

  • Ernährung
  • pflanzliche und homöopathische Präparate
  • Akupunktur
  • Leberwickel
  • Stressmanagement

Liegt die Ursache der unklar chronischen Magen-Darm Beschwerden im Regelkreis der Galle verankert,wird von Patienten über diese Therapieformen bereits nach kurzer Zeit eine fühlbare Erleichterung empfunden.